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| Vom optischen Hilfsmittel … | |||||||||
Schon in der Antike ist die Vergrößerungswirkung von wassergefüllten Glaskugeln bekannt. Der islamische Wissenschaftler Alhazen (965 – 1039) gilt als Wegbereiter für die Erfindung des Lesesteins – eine Lesehilfe aus geschliffenem Bergkristall. Vermutlich konstruieren die niederländischen Brillenmacher Hans und Zacharias Jansen um 1590 das erste Mikroskop. Der Name »microscopium« wird |
gegen 1625 in einer Forschergemeinschaft um Galileo Galilei geprägt. Im 17. und 18. Jahrhundert dient die Mikroskopie hauptsächlich der Unterhaltung beim Betrachten von Flöhen und anderen Insekten. Nur ein kleiner Kreis von Naturforschern, wie Antoni van Leeuwenhoek, Robert Hooke und Isaac Newton, nutzt das Mikroskop als wissenschaftliches Hilfsmittel. | ||||||||
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| links: Nachbildung einer Visby-Linse
(Lesestein). rechts: Nachbildung eines Mikroskops von Zacharias Jansen, gebaut um 1590. Tubus aus Eisenblech. |
links: Antoni van Leeuwenhoek (1632 –
1723) beobachtet als erster Bakterien im menschlichen Speichel. Silbernes
Mikroskop mit Objekthalter. rechts: Mikroskop von Robert Hooke (1635 – 1703). |
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| … zum unentbehrlichen
Forschungsinstrument |
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Mit Beginn des 19. Jahrhunderts wird die Leistungsfähigkeit der Mikroskope systematisch weiterentwickelt. Carl Zeiss und Ernst Abbe treiben ab 1866 die Entwicklung des Mikroskopbaus in Theorie und Praxis entscheidend voran. Aufgrund der stetigen Verbesserung des Mikroskops gelingen bahnbrechende Entdeckungen in Medizin und Biologie. Robert Koch (1843 – 1910) entdeckt Milzbrand- und |
Choleraerreger – der erste Schritt zur Bekämpfung von Infektionskrankheiten. Die Entwicklung der Durchstrahlungs-Elektronenmikroskope ab 1931 durch Ernst Ruska und Max Knoll ebnet den Weg in die Nanowelt. Das 1981 von Gerd Binnig und Heinrich Rohrer konstruierte Rastertunnelmikroskop erlaubt erstmals die Beobachtung einzelner Atome. | |||||||||||
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| Das Auge |
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Das menschliche Auge ist ein optisches System, vergleichbar einem Fotoapparat. Für die Abbildung sorgt eine Linse, deren Krümmung sich durch Muskelspannung ändert. Die hintere Wand bildet die Netzhaut, welche die Lichtrezeptoren enthält: 130 Millionen Stäbchen für die Erkennung von Graustufen und 7 Millionen Zapfen für die Farberkennung. |
Diese reagieren auf Lichteinstrahlung mit elektrischen Impulsen, die über den Sehnerv an das Gehirn gesendet werden. Damit ein Gegenstand scharf gesehen wird, muss der Brennpunkt der Linse exakt auf der Netzhaut liegen. Die Größe der wahrgenommenen Abbildung hängt vom Abstand des Gegenstandes zum Auge ab. | ||||||||
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Eine Linse (1) wirft ein reelles Bild auf die Netzhaut (Retina, 2). Die Pupille (3) regelt die Helligkeit. Der Sehnerv (4) meldet Signale an das Gehirn. |
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| Auflösungsvermögen optischer Instrumente | ||||||||||||||||||
Als
Auflösungsvermögen bezeichnet man die Fähigkeit, zwei eng
benachbarte Bildpunkte voneinander zu unterscheiden. Es ist begrenzt durch
Beugungserscheinungen. Unter Beugung wird die Abweichung einer Wellenausbreitung,
beispielsweise von Licht, vom geradlinigen Strahlengang verstanden. Auch
an einer Linsenfassung oder Blende tritt Beugung auf: Bei der Abbildung
einer punktförmigen Lichtquelle entstehen Ringe um den Bildpunkt.
Bildet man zwei oder mehr Punkte ab, so überlagern sich diese Ringe
und das Bild wird für das Auge nicht mehr auflösbar. Mit dem
Lichtmikroskop kann man bestenfalls zwei Punkte unterscheiden, deren Abstand
in der Größenordnung der Wellenlänge des Lichts liegt,
also bei etwa 400 Nanometern. |
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| Methoden der Lichtmikroskopie | |||||||||
Verschiedene lichtmikroskopische Verfahren ermöglichen die Bearbeitung
spezifischer Fragestellungen. Zur Kontrasterhöhung werden häufig
angefärbte Präparate verwendet. |
Diese Differenzen werden
in Helligkeitswerte umgewandelt. Polarisationsverfahren gestatten auch die Untersuchung von Mineralen. Dabei wird linear polarisiertes Licht benutzt – das ist Licht, dessen Lichtwellen in nur einer Ebene schwingen. Das Kristallgitter einiger Minerale bewirkt eine Drehung der Schwingungsebene um einen spezifischen Drehwinkel. |
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| Mikroskopische Aufnahmen von
Ascorbinsäure (Vitamin C, 50fache Vergrößerung), Hellfeldverfahren |
Phasenkontrastverfahren |
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| Vom Photon zum Elektron | |||||||||
Das Auflösungsvermögen von Lichtmikroskopen wird mit der Erfindung
des Elektronenmikroskops um den Faktor 100 bis 1.000 erhöht. Elektronenstrahlen
haben eine 100.000-mal kürzere Wellenlänge als Licht; das Auflösungsvermögen
von Elektronen-mikroskopen liegt damit unter einem Nanometer. |
Elektronen als Strahlungsquelle.
Allerdings können mit dem TEM nur durchstrahlbare Präparate untersucht
werden. Beim Rasterelektronenmikroskop (REM) tastet dagegen ein Elektronenstrahl das Präparat schrittweise ab. Die empfangenen Signale liefern plastische Bilder der Objekte und erlauben eine Analyse des untersuchten Materials. |
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| Digitales Rasterelek- tronenmikroskop DSM 950. |
Ameise mit mikrotechnischem Getriebe der Firma
IMM GmbH (Institut für Mikrotechnik Mainz). Aufnahme mit einem REM. |
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| Bildnachweis |
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Mikroskopische Gemüts- und Augenergötzung,1760. Deutsches Museum. |
Botanisches Institut der LMU München. |
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Deutsches Museum. |
Karlsruhe |
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Karlsruhe |
münchen |
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münchen |
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Braunschweig |
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